Archiv für den Monat: November 2017

Lesung mit Martine Letterie am 14. Dezember 2017

Lesung und Gespräch

Martine Letterie: „De Genen van mijn Vader“ – Eine Familiengeschichte

Datum: Donnerstag, 14.12.2017, Zeit: 19.00 Uhr, Veranstaltungsort: Schulmuseum Hamburg, Seilerstraße 42, 20359 Hamburg

Die niederländische Schriftstellerin Martine Letterie hat in Kinderbüchern die Verfolgung durch den Nationalsozialismus thematisiert. Nun hat sie ein Buch für Erwachsene verfasst: In „De Genen van mijn Vader“ („Die Gene meines Vaters“) blickt sie auf 400 Jahre Familiengeschichte zurück. Im Mittelpunkt stehen ihre Großeltern Martinus und Sjoedje. Martinus war einer der 6850 Niederländer und Niederländerinnen, die in das KZ Neuengamme deportiert wurden. Eine Liste der niederländischen Polizei, auf der er als Unterstützer der Kommunistischen Partei aufgeführt war, führte zu seiner Verhaftung. Martinus starb im Januar 1942 im KZ Neuengamme.

Die Veranstaltung wird in deutscher Sprache stattfinden.Martine Letterie ist Vorsitzende der „Stichting Vriendenkring Neuengamme“, dem Verband der ehemaligen Häftlinge des KZ Neuengamme und ihrer Angehörigen in den Niederlanden. Als Vertreterin der dritten Generation der NS-Verfolgten ist es ihr wichtig zu zeigen, wie sich die Folgen des Nationalsozialismus und des Krieges auch heute noch auswirken.

Eine Kooperationsveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Neuengamme, der Amicale Internationale KZ Neuengamme und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Eintritt frei

Hier die Ankündigung als PDF:Flyer_Lesung_Letterie_20171214

Die AfD und die Erinnerungskultur

Die Arbeitsgemeinschaft Neuengamme e.V. und die Amicale Internationale KZ Neuengamme unterstützt nachdrücklich die Initiative der „Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten in der Bundesrepublik Deutschland“, die sich in der Erklärung „KZ-Gedenkstätten befürchten schweren Schaden für die Erinnerungskultur“ dagegen aussprach, dass ein Vertreter oder eine Vertreterin der AfD den Vorsitz im Kulturausschuss des Bundestages einnehmen könnte.

Die AfD beschädigt mit ihren provozierenden Äußerungen, von denen einige in der angesprochenen Erklärung zitiert sind, nicht nur die Erinnerungskultur, sie diffamiert die Verfolgten und Überlebenden der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, die jahrzehntelang dafür kämpften, dass kein Schlussstrich gezogen werden darf.

In dem „Vermächtnis der Überlebenden“ erklärten 2009 die Vertreter von zehn Verbänden ehemaliger Häftlinge und Angehöriger:

Wir bitten die jungen Menschen, unseren Kampf gegen die Nazi-Ideologie und für eine gerechte, friedliche und tolerante Welt fortzuführen, eine Welt, in der Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus keinen Platz haben sollten.“

Wir rufen dazu auf, die im Vermächtnis der ehemaligen Häftlinge genannten Werte in Gegenwart und Zukunft zu verteidigen und für sie einzustehen.