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Für die Anerkennung der als „Asoziale“, „Berufsverbrecher“ und „Sicherungsverwahrte“ unter nationalsozialistischer Herrschaft Verfolgten

Der folgende Brief ist an die Fraktionen des Bundestages verschickt worden:

Wir, die unterzeichnenden Verbände ehemaliger Häftlinge der nationalsozialistischen Konzentrationslager, ihrer Angehörigen und Hinterbliebenen, Verfolgtenverbände sowie erinnerungspolitische Initiativen fordern alle Fraktionen des Deutschen Bundestages auf, mit der Anerkennung aller Verfolgter ein Signal zu setzen.

Zu den in den Konzentrationslagern Inhaftierten gehörten politische Häftlinge, Juden, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, Sinti und Roma sowie Menschen, die in der Diktion der SS als „Berufsverbrecher“ (BVer), „Sicherungsverwahrte“ (SVer) und „Asoziale“ galten. Für alle diese Gruppen, die die SS in den Konzentrationslagern mit verschiedenfarbigen Winkeln unterschied, gilt, dass ihre Inhaftierung in den KZ ein schweres Unrecht war. In den deutschen Konzentrationslagern wurden Menschen ohne juristische Verfahren inhaftiert. Sie wurden inhaftiert aufgrund eines „Schutzhaftbefehls“ der Gestapo oder anderer Polizeiabteilungen.

In den Konzentrationslagern waren alle Häftlinge mörderischen Bedingungen ausgesetzt. Sie fielen dem Terror, dem Entzug von Nahrung, Kleidung und medizinischer Hilfe, der teilweise praktizierten „Vernichtung durch Arbeit“ und gezielten Tötungen zum Opfer. Die Überstellung von Justizhäftlingen in die Konzentratiionslager sollte nach den Worten des Justizminister zur „Vernichtung durch Arbeit“ führen.

In Ost- und Westdeutschland blieben die Verfolgtengruppen der „Asozialen“, BVer“ und „SVer“ von einer Haftentschädigung ausgenommen. Das Unrecht wurde damit nicht anerkannt. Die damit verbundene Diskriminierung hatte zur Folge, dass die Erfahrungen dieser Verfogtengruppen nicht gehört wurden und ihre Schicksale nur in ganz wenigen Fällen öffentlich gemacht wurden. Eine Anerkennung aller Verfolgten erleichtert es den Angehörigen, heute endlich die Familiengeschichte zu klären und das Schweigen zu beenden.

Bitte setzen Sie sich dafür ein, ein historisches Unrecht, welches bis heute nachwirkt, zu beseitigen.

Arbeitsgemeinschaft Neuengamme e.V., Mauthausen Komitee Deutschland, Lagergemeinschaft Buchenwald – Dora/ Freundeskreis e.V., Lagergemeinschaft und Gedenkstätte KZ Moringen e.V., Auschwitz-Komitee, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der Antifaschisten, Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer e.V.

Eindrucksvolle Gedenkveranstaltung in Wandsbek

Die Zahl der TeilnehmerInnen und Teilnehmer der Gedenkveranstaltung am Gedenkort Außenlager Dräger-Werke in Wandsbek war 2019 erfreulich. Die musikalische Begleitung und die einleitenden Worte von Peter Pape für die Bezirksversammlung Wandsbek rundeten eine Veranstaltung ab, die wiederum eine eindrucksvolle Rede von Stefan Romey brachte. Seinen Redebeitrag über die „Bunkerversuche“ an KZ-Häftlingen in Hamburg dokumentieren wir hier.

Gedenkfeier in Neustadt 2019 – Schulprojekt und Lesung über Willi Neurath

Vertreter*innen der AIN, die Stadt Neustadt, Kirchen, die Jüdische Gemeinde Lübeck, Schüler*innen sowie rund 150 Gäste versammelten sich um 10 Uhr zur jährlichen Gedenkfeier.

Als Überlebender sprach Jewgenij Malychin, für die AIN sprachen Martine Letterie, Vizepäsidentin und Nicole Duijkers, Enkelin eines KZ-Häftlings. Die Arbeitsgemeinschaft Neuengamme präsentierte die Ergebnisse eines Schulprojekts. Neun Schüler und Schülerinnen des Küstengymnasium Neustadt hatten sich in einem „Flexprojekt“ mit der Biografie eines Überlebenden befasst. Aus Briefen und biografischen Informationen von Willi Neurath schrieben sie zusammen mit Thomas Käpernick einen Redebeitrag mit Lesung. Nach der Gedenkfeier trafen sie sich mit Bruno Neurath-Wilson, dem Sohn Willi Neuraths zu einem Gespräch im Küstengymnasium. Bruno Neurath-Wilson war extra wegen der Gedenkfeier nach Neustadt, seiner Geburtsstadt, gereist. Die Schülerinnen und Schüler erfragten weitere Details zu Willi Neuraths Biografie und zur Erinnerung in der Familie.

Die Schüler und Schülerinnen betonten, dass sie die feierliche Form der Gedenkfeier mit den Reden ausländischer Gäste, der Musik und dem Kaddisch sehr angesprochen hat. Eine Gedenkfeier sollte sich auf die Opfer und auf deren Schicksal konzentrieren.

Bruno Wilson-Neurath sprach die Hoffnung aus, dass mit dieser Gedenkfeier eine Brücke in die Zukunft geschlagen wurde.

Den Text des Beitrages finden Sie hier:

Der Bericht des Küstengymnasiums ist hier zu finden: https://www.gymnasiumneustadt.de/flexprojekt-cap-arcona-2019/

Gedenkfeier in Wandsbek 2018 mit großer Resonanz

Am 29.8.2018 wurde in Wandsbek des Frauen-Außenlagers des KZ Neuengamme gedacht. Mit Redebeiträgen beteiligten sich die Bezirksversammlung Wandsbek, Herr Peter Pape, und das Internationale Jugend-Workcamp, das auf der KZ-Gedenkstätte Neuengamme stattfand. Der Gewerkschaftschor Hamburg steuerte vier eindrucksvolle Lieder bei und es wurden mit Unterstützung des Freundeskreises der KZ-Gedenkstätte Neuengamme Rosen auf das Mahnmal gelegt zum Gedenken an die Häftlingsfrauen.

Allen der mehr als 100 Teilnehmenden danken wir herzlich. Die hohe Beteiligung ist uns auch deshalb wichtig, weil vor der Veranstaltung ein Hinweisschild zur Gedenkstätte Wandsbek von Unbekannten gestohlen wurde.

Stefan Romey hielt eine eindrückliche Rede über die Solidarität einer Gruppe der Häftlingsfrauen, die wir zur Lektüre empfehlen:

Rede Wandsbek 2018

70 Jahre Arbeitsgemeinschaft Neuengamme

Am 8. Juni feierte die Arbeitsgemeinschaft zusammen mit 50 Gästen 70 Jahre AGN. Die Rede hielt Dr. Detlef Garbe, Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Ulrike Jensen diskutierte mit Gerhard Händler, Schura Bringmann und Marc Schemmel.

Vielen Dank den Musikern und allen, die geholfen haben. Da der Redebeitrag der AGN nicht gehalten wurde, gibt es hier die Möglichkeit, ihn nachzulesen:

Impulse 2018-6-8 AGN Jubiläum websitetext Endfassung