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Gedenkfeier in Neustadt 2019 – Schulprojekt und Lesung über Willi Neurath

Vertreter*innen der AIN, die Stadt Neustadt, Kirchen, die Jüdische Gemeinde Lübeck, Schüler*innen sowie rund 150 Gäste versammelten sich um 10 Uhr zur jährlichen Gedenkfeier.

Als Überlebender sprach Jewgenij Malychin, für die AIN sprachen Martine Letterie, Vizepäsidentin und Nicole Duijkers, Enkelin eines KZ-Häftlings. Die Arbeitsgemeinschaft Neuengamme präsentierte die Ergebnisse eines Schulprojekts. Neun Schüler und Schülerinnen des Küstengymnasium Neustadt hatten sich in einem „Flexprojekt“ mit der Biografie eines Überlebenden befasst. Aus Briefen und biografischen Informationen von Willi Neurath schrieben sie zusammen mit Thomas Käpernick einen Redebeitrag mit Lesung. Nach der Gedenkfeier trafen sie sich mit Bruno Neurath-Wilson, dem Sohn Willi Neuraths zu einem Gespräch im Küstengymnasium. Bruno Neurath-Wilson war extra wegen der Gedenkfeier nach Neustadt, seiner Geburtsstadt, gereist. Die Schülerinnen und Schüler erfragten weitere Details zu Willi Neuraths Biografie und zur Erinnerung in der Familie.

Die Schüler und Schülerinnen betonten, dass sie die feierliche Form der Gedenkfeier mit den Reden ausländischer Gäste, der Musik und dem Kaddisch sehr angesprochen hat. Eine Gedenkfeier sollte sich auf die Opfer und auf deren Schicksal konzentrieren.

Bruno Wilson-Neurath sprach die Hoffnung aus, dass mit dieser Gedenkfeier eine Brücke in die Zukunft geschlagen wurde.

Den Text des Beitrages finden Sie hier:

Der Bericht des Küstengymnasiums ist hier zu finden: https://www.gymnasiumneustadt.de/flexprojekt-cap-arcona-2019/

Gedenkfeier in Wandsbek 2018 mit großer Resonanz

Am 29.8.2018 wurde in Wandsbek des Frauen-Außenlagers des KZ Neuengamme gedacht. Mit Redebeiträgen beteiligten sich die Bezirksversammlung Wandsbek, Herr Peter Pape, und das Internationale Jugend-Workcamp, das auf der KZ-Gedenkstätte Neuengamme stattfand. Der Gewerkschaftschor Hamburg steuerte vier eindrucksvolle Lieder bei und es wurden mit Unterstützung des Freundeskreises der KZ-Gedenkstätte Neuengamme Rosen auf das Mahnmal gelegt zum Gedenken an die Häftlingsfrauen.

Allen der mehr als 100 Teilnehmenden danken wir herzlich. Die hohe Beteiligung ist uns auch deshalb wichtig, weil vor der Veranstaltung ein Hinweisschild zur Gedenkstätte Wandsbek von Unbekannten gestohlen wurde.

Stefan Romey hielt eine eindrückliche Rede über die Solidarität einer Gruppe der Häftlingsfrauen, die wir zur Lektüre empfehlen:

Rede Wandsbek 2018

70 Jahre Arbeitsgemeinschaft Neuengamme

Am 8. Juni feierte die Arbeitsgemeinschaft zusammen mit 50 Gästen 70 Jahre AGN. Die Rede hielt Dr. Detlef Garbe, Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Ulrike Jensen diskutierte mit Gerhard Händler, Schura Bringmann und Marc Schemmel.

Vielen Dank den Musikern und allen, die geholfen haben. Da der Redebeitrag der AGN nicht gehalten wurde, gibt es hier die Möglichkeit, ihn nachzulesen:

Impulse 2018-6-8 AGN Jubiläum websitetext Endfassung

 

Frühjahr 2018: Jubiläen und Gedenkfeiern

2018 – die AIN, die Amicale Internationale KZ Neuengamme, wird 60 Jahre alt und feiert am 1. Mai in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme im Curio-Haus ab 19 Uhr. Hier ist der Flyer:Einladungskarte_AIN_1.5.2018

Am 3. Mai, dem Tag der Schiffskatastrophe in der Neustädter Bucht, gedenken wir ab 10 Uhr am Mahnmal in Neustadt-Pelzerhaken. Das Programm ist hier zu finden: Programm_Neustadt 3.5.2018_dt

Und am Freitag 8. Juni ab 18.30 feiert die Arbeitsgemeinschaft Neuengamme ihre 70jährige Geschichte, auch im Curio-Haus. Wir freuen uns über alle, die mitfeiern möchten.

Redebeitrag: Dr. Detlef Garbe/ Beitrag der AG Neuengamme/ Podiumsgespräch mit Kindern und Enkeln von Häftlingen des KZ Neuengamme/ Musik: Erich Schaffner, begleitet von Georg Klemp am Klavier

Wir freuen uns, wenn ihr euch anmeldet (muss aber nicht sein): mail@ag-neuengamme.de

Lesung mit Martine Letterie am 14. Dezember 2017

Lesung und Gespräch

Martine Letterie: „De Genen van mijn Vader“ – Eine Familiengeschichte

Datum: Donnerstag, 14.12.2017, Zeit: 19.00 Uhr, Veranstaltungsort: Schulmuseum Hamburg, Seilerstraße 42, 20359 Hamburg

Die niederländische Schriftstellerin Martine Letterie hat in Kinderbüchern die Verfolgung durch den Nationalsozialismus thematisiert. Nun hat sie ein Buch für Erwachsene verfasst: In „De Genen van mijn Vader“ („Die Gene meines Vaters“) blickt sie auf 400 Jahre Familiengeschichte zurück. Im Mittelpunkt stehen ihre Großeltern Martinus und Sjoedje. Martinus war einer der 6850 Niederländer und Niederländerinnen, die in das KZ Neuengamme deportiert wurden. Eine Liste der niederländischen Polizei, auf der er als Unterstützer der Kommunistischen Partei aufgeführt war, führte zu seiner Verhaftung. Martinus starb im Januar 1942 im KZ Neuengamme.

Die Veranstaltung wird in deutscher Sprache stattfinden.Martine Letterie ist Vorsitzende der „Stichting Vriendenkring Neuengamme“, dem Verband der ehemaligen Häftlinge des KZ Neuengamme und ihrer Angehörigen in den Niederlanden. Als Vertreterin der dritten Generation der NS-Verfolgten ist es ihr wichtig zu zeigen, wie sich die Folgen des Nationalsozialismus und des Krieges auch heute noch auswirken.

Eine Kooperationsveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Neuengamme, der Amicale Internationale KZ Neuengamme und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Eintritt frei

Hier die Ankündigung als PDF:Flyer_Lesung_Letterie_20171214

Die AfD und die Erinnerungskultur

Die Arbeitsgemeinschaft Neuengamme e.V. und die Amicale Internationale KZ Neuengamme unterstützt nachdrücklich die Initiative der „Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten in der Bundesrepublik Deutschland“, die sich in der Erklärung „KZ-Gedenkstätten befürchten schweren Schaden für die Erinnerungskultur“ dagegen aussprach, dass ein Vertreter oder eine Vertreterin der AfD den Vorsitz im Kulturausschuss des Bundestages einnehmen könnte.

Die AfD beschädigt mit ihren provozierenden Äußerungen, von denen einige in der angesprochenen Erklärung zitiert sind, nicht nur die Erinnerungskultur, sie diffamiert die Verfolgten und Überlebenden der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, die jahrzehntelang dafür kämpften, dass kein Schlussstrich gezogen werden darf.

In dem „Vermächtnis der Überlebenden“ erklärten 2009 die Vertreter von zehn Verbänden ehemaliger Häftlinge und Angehöriger:

Wir bitten die jungen Menschen, unseren Kampf gegen die Nazi-Ideologie und für eine gerechte, friedliche und tolerante Welt fortzuführen, eine Welt, in der Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus keinen Platz haben sollten.“

Wir rufen dazu auf, die im Vermächtnis der ehemaligen Häftlinge genannten Werte in Gegenwart und Zukunft zu verteidigen und für sie einzustehen.